Erntehelfer aus Osteuropa
Bald ist der Winter endlich zu Ende und für die Landwirte steht von Bayern bis Niedersachsen wieder genug Arbeit an. Die Felder müssen bearbeitet werden, und wenn das Wetter mitspielt, wird es auch eine gute Ernte geben. Doch wie jedes Jahr stehen die Bauern vor dem Problem, dass sie nicht genügend Arbeitskräfte finden werden. Und in vielen Kulturen, wie etwa Spargel und Erdbeeren, aber auch bei Äpfeln und Birnen, ist Handarbeit nach wie vor nicht ersetzbar. Gleiches gilt übrigens auch für die Winzer, die zwar Vollernter einsetzen können, aber auch nicht in jedem Gebiet. Steillagen wie an der Mosel sind nur von Hand abzuernten.
Seit vielen Jahren werden deshalb Erntehelfer aus Osteuropa angeworben. Da das Lohngefälle von West- und Osteuropa noch immer sehr groß ist, zieht die hohe Vergütung nach wie vor viele Tausend Erntehelfer aus Osteuropa an. Diese werden als sogenannte Saisonbeschäftigte eingestellt, hierzu hat die Bundesrepublik Deutschland mit den Herkunftsländern der Erntehelfer, also vor allem mit Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien, Abkommen geschlossen. Diese regeln genau die Vorgehensweise, wie eine Vermittlung von Erntehelfern zu erfolgen hat.
Da die Wirtschaft in Osteuropa sich jedoch sehr erfreulich entwickelt hat, kamen in den letzten Jahren insbesondere weniger polen nach Deuschland. Für die Polen war es interessanter, in Großbritannien oder direkt in Polen zu arbeiten. Durch die schwache polnische Währung ist ein in Euro ausgezahltes Gehalt aber wieder sehr viel interessanter geworden. Dadurch dürften in diesem Jahr auch wieder mehr Polen nach Deutschland kommen, um als Erntehelfer zu arbeiten.
Für die deutsche Wirtschaft ist das kein Problem, denn auch in der Krise haben nur wenige Deutsche Interesse an der harten Arbeit, die die Saisonarbeiter leisten müssen. Und die Bezahlung ist zwar für Osteuropäer lukrativ, für Deutsche aber uninteressant. Nur wenige sind bereit, schon zur frühsten Morgenstunde und bei Hitze und Kälte den Spargel zu stechen, die Erdbeeren zu pflücken oder die Trauben von den Rebstöcken abzuzupfen.Somit nehmen die Osteuropäer auch keinen Deutschen die Arbeitsplätze weg. Vielmehr wird so der Aufbau der osteuropäischen Volkswirtschaftenvorangetrieben, und die kaufen am liebsten Produkte “made in Germany”.
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