Hoffnungslose Fälle?
Es gibt nicht wenige Menschen, die bis es in ihre Lebensmitte hinein versäumt haben, tiefergehende Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Nicht selten setzt sich das jugendliche Dasein bis über das dreißigste, manchmals gar das vierzigste Lebensjahr hinweg fort und wer plötzlich feststellt, wie die Zeit vergangen ist, ohne feste Freundschaften oder gar Liebesbeziehungen mit dauerhafter Substanz entwickelt zu haben, der wird sich fragen: Wo sind all die Jahre nur hingegegangen. Oder: Bin ich ein hoffnungsloser Fall, der nun bis an sein Lebensende alleine bleiben wird? Natürlich ist der Aufbau von Beziehungen eine Fertigkeit, die am besten schon in jungen Jahren erlernt werden sollte. Die meisten Menschen beginnen schon im jugendlichen Alter sich für das eine oder andere Geschlecht zu interessieren und herauszufinden, wie Kontakte aufgebaut und gehalten werden können. Dies ist eine Lebenserfahrung, die isolierten Menschen fehlt. Doch nicht wenige Menschen, die sich dazu entschließen, dem Alleinsein mit Fortschreiten der Lebensjahre zu entsagen, gehen die Partnersuche dann etwas konstruktiver an. Dem Herumgespiele mit Beziehungen und Identitäten, wie es die Teenager gerne ausleben, steht dann eine gezielte Suche über Kontaktanzeigen oder einer Partnervermittlung entgegen. Häufig findet sich auf diesen Wege ein nicht minder vermeintlich „hoffnungloser Fall“ mit einer gleichermaßen wenig ausgeprägten Erfahrungen in der zwischenmenschlichen Beziehung, der es ermöglicht, ehrlich mit der eigenen Lebenssitution umzugehen und einen emotionalen Kontakt herzustellen, der von vornherein von Offenheit und Ehrlichkeit geprägt sein mag.
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