Zinsen für Darlehen langfristig sichern
Die Zinsen für Baufinanzierungen sind derzeit historisch niedrig. Vor allem die gesunkenen Leitzinsen sorgen dafür, dass Bauherren heute kaum mehr als 4% p.a. für ihr Baudarlehen bezahlen müssen.
Viele Finanzierer nutzen für ihr Bauvorhaben heute vor allem klassische Annuitätendarlehen. Diese weisen jedoch häufig nur relativ kurze Zinsbindungszeiten zwischen 5-10 Jahren auf, danach müssen Kreditnehmer erneut mit der Bank über die Konditionen verhandeln. Sofern die Marktzinsen zu diesem Termin gerade hoch sind, steigen die Kosten für die Anschlussfinanzierung, wodurch auch die monatliche Belastung steigt.
Um sich die Zinsen der Baufinanzierung langfristig zu sichern, sollten Finanzierer derzeit in jedem Fall möglichst langfristige Zinsbindungszeiten wählen. Hierbei eignen sich vor allem Zinsbindungszeiten von 15 oder gar 20 Jahren, die bereits von einigen Finanzierern angeboten werden.
Eine weitere Möglichkeit, die Zinsen der Anschlussfinanzierung bereits heute zu sichern, sind Forwarddarlehen. Diese Darlehen werden bereits heute zu den jetzt geltenden Konditionen abgeschlossen, die Auszahlung des Darlehens erfolgt jedoch erst mit dem Ablauf der Zinsbindung beim bestehenden Darlehen. Da Forwarddarlehen mittlerweile für Vorlaufzeiten von bis zu 60 Monaten angeboten werden, können Kreditnehmer sich bereits heute die Zinsen für den Darlehensablauf in fünf Jahren sichern. Für diese Zinssicherung berechnen die Banken natürlich Gebühren, und zwar in Form eines Zinsaufschlages. Dieser beträgt je nach Anbieter zwischen 0,01-0,03% pro Monat, der vor dem Auszahlungstermin liegt. Für ein Forward-Darlehen über 24 Monate und einem Zinsaufschlag von 0,02% pro Monat bedeutet dies 0,48% Aufschlag auf den heutigen Marktzins.
Ob sich das Forwarddarlehen wirklich lohnt, kann allerdings erst zum Zeitpunkt der Auszahlung wirklich festgestellt werden. Liegt der Zins zu diesem Zeitpunkt nämlich unter den Konditionen des Forwarddarlehens, sind die Finanzierungskosten höher, als wenn der Kreditnehmer bis zum Ende der Zinsbindungsfrist gewartet hätte. Da jedoch eine Abnahmeverpflichtung für das Forward-Darlehen besteht, muss es genutzt werden. Sind die Marktzinsen jedoch gestiegen, war die Entscheidung für das Forwarddarlehen richtig. Daher sollten Forwarddarlehen über einen möglichst überschaubaren Zeitraum abgeschlossen werden, so dass auch eine Prognose der weiteren Zinsentwicklung möglich ist.
Neben Forwarddarlehen und langen Zinsfestschreibungen können Kreditnehmer weiterhin mit einem klassischen Bauspardarlehen Zinsen sichern. Die Zinsen für das Darlehen werden hier bereits bei Abschluss des Bausparvertrages fest vereinbart und können sich während der Laufzeit nicht mehr ändern. Kreditnehmer haben bei dieser Variante sogar den Vorteil, dass sie bei gesunkenen Marktzinsen auf das Bauspardarlehen verzichten und alternativ ein klassisches Annuitätendarlehen abschließen können.
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