24. November 2008

Krebs über Nanopartikel erkennen – eine Innovation in der Medizintechnik

Über die Produktentwicklung von Medizingeräten werden laufend Innovationen auf den Gesundheitsmarkt gebracht, die zu ständigen Verbesserungen in den Bereichen Vorbeugung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge in der Humanmedizin beitragen. Kompetente Auftragsentwicklung und Entwicklungen in der freien Forschung sind hier die antreibenden Kräfte. In der Universität Lübeck wurde nun ein neuer Geräteaufbau vorgestellt, der die Lymphknoten-Untersuchung bei Brustkrebspatientinnen wesentlich verbessern soll. Mithilfe des neuartigen Verfahrens soll die bisher unvermeidliche radioaktive Belastung bei der Untersuchung zum Mammakarzinom vermieden und außerdem die Genauigkeit der Diagnose erhöht werden. Das neue Medizingerät ist ein tragbarer Magnetic-Particle-Imaging Scanner, der für die Untersuchung magnetische Nanopartikel einsetzt. Jährlich treten beim Mammakarzinom eine Vielzahl von Neuerkrankungen auf. Eine besondere Bedeutung kommt bei der Diagnose der Biopsie von sogenannten Wächterlymphknoten zu. Wächterlymphknoten sind diejenigen Lymphknoten, die zu vorderst im Lymph-Abflussgebiet eines bösartigen Tumors liegen. Das heißt, die Lymphflüssigkeit eines Tumors fließt zunächst in den Wächterlymphknoten, beim Mammakarzinom sind das Lymphknoten in der Achselhöhle, bevor sie über das weit verzweigte Lymphsystem in weitere Lymphknoten und Organe gelangt. Die Krebszellen eines Tumors, der streut, erreichen also mit der Lymphe zuallererst den “Wächter“. Die Biopsie des Wächterlymphknoten gibt deshalb Auskunft darüber, ob der Tumor bereits metastasiert oder nicht. Mit der neuartigen Bildgebung über die magnetischen Nanopartikel soll nun die Wächterlymphknotenbiopsie einerseits präziser, andererseits aber auch mehr Patientinnen zugänglich gemacht werden. Die zentrale Idee dabei ist, dass die super-paramagnetischen Nanopartikel als sogenannter Tracer (eine Art Spurenleger) verabreicht werden, um die Fließwege der Lymphe sichtbar zu machen. Dazu werden sie einem magnetischen Wechselfeld ausgesetzt. Die Nanoteilchen reagieren auf dieses Feld mit einer nichtlinearen Magnetisierung. Diese kann nun ihrerseits wieder mit entsprechenden Empfängern gemessen werden. Die neue Methode führt so über ein bildgebendes Verfahren zu ausführlicheren Informationen, als die bisher etablierten Methoden. Das Ziel ist, dass die Entfernung der Lymphknoten, die Lymphknotenadenektomie, auf eine notweniges Maß reduziert wird, da sie selbst zu einer ganzen Reihe von unangenehmen Nebenwirkungen für die Patientinnen führen kann.

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