Umweltbelastung während Olympia durch Feuerwerk
Es war ein sehr opulentes Feuerwerk welches die chinesische Regierung zur Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in Peking der Weltöffentlichkeit präsentiert hatte. China ist immerhin das Land in dem die Feuerwerkskunst wie wir sie heute kennen, zwar nicht erfunden wurde, das aber trotzdem eine sehr lange Tradition im Umgang mit Feuerwerk hat. Und ohne das Schwarzpulver, welches tatsächlich in China erfunden wurde, währe es den Italienern auch nicht möglich gewesen das Feuerwerk so weiterzuentwickeln wie wir es heute kennen, das heißt mit all den optischen Effekten, Formen und Farben. Die Chinesen benutzten das Schwarzpulver und die daraus entwickelten Knalleffekte mehr als Abschreckung und zur Jagd als zur Volksbelustigung. Ihnen kam es dabei weniger auf den optischen als vielmehr auf den akustischen Effekt an.
Wie auch immer, inzwischen haben die Chinesen die Feuerwerkskunst perfektioniert, was sie während der Eröffnungsfeier zu den olympischen Spielen eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Dass das eigentliche Feuerwerk ein paar Tage vorher stattfand und aufgezeichnet wurde, um dann während der Eröffnungsfeier den Eindruck zu erwecken als fände das Feuerwerk live statt, schmälerte die bombastischen Show nur ein wenig. Die Zuschauer waren trotzdem weltweit begeistert angesichts des angeblich genau aufeinander abgestimmten Abläufe. Das die ganze Vorführung ein abgekartetes Spiel war erfuhren die Zuschauer an den Bildschirmen immerhin auch erst ein paar Tage später. Die Aufregung als die Nachricht dann schließlich über die Nachrichtenkanäle verbreitet wurde hielt sich jedenfalls in Grenzen.
Rückwirkend betrachtet ist es schon ein wenig bizarr dass die chinesische Regierung Fabriken stilllegen ließ und jeden Tag nur jeweils der Hälfte der städtischen Bevölkerung mit dem Auto durch die Straßen von Peking fahren ließ, damit diese dort ihren Geschäften nachgehen konnten. Der beabsichtigte Umwelt verbessernde Effekt wurde dann zwar einige Tage nach Beginn der Spiele auch tatsächlich erreicht, andererseits trieb man die Feinstaubbelastung der Luft in Peking durch dieses wirklich opulente Feuerwerk wieder künstlich in die Höhe so dass die Athleten neben der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit vermutlich auch noch mit der stark erhöhten Feinstaubbelastung zu kämpfen hatten.
Marc Stricker | zyndrom.de@googlemail.com
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