13. Februar 2008

Das absonderliche Balzverhalten post-pubertärer Büromenschen während datt der Zoch kütt

Gemeinhin gilt der Kölsche Karneval als fünfte Jahreszeit im Rheinland. Aus der Tierlogie wissen wir, dass die Paarungszeit nur zu ganz bestimmten Zeitpunkten eines jeden Jahres stattfindet. Beispielhaft sei hier der Hirsch erwähnt, dessen außerordentliches Merkmal, das Geweih, dem Imponierverhalten und Kämpfen zur Sicherung eines gewissen Paarungsvorrechts dient. Parallelen zum „Kölsche Jong“ sind hierbei durchaus nicht von der Hand zu weisen. So kleidet sich der echte Kölner zum Karneval in der Regel besonders maskulin – mal als Pirat, als Feuerwehrmann, vorwiegend aber als Clown. Wobei letzteres jetzt nun wirklich kein Sinnbild sein soll…

Primärziel ist es jedenfalls, möglichst viele Bützchen, zu Deutsch „Küsschen“, von möglichst vielen Kölsche Mädchen zu erhaschen. Erhält der Kölner tatsächlich nun vom ein oder anderen Mädchen besonders viele Bützchen, wittert er seine Chance und beginnt die ersten seriöseren Balzversuche. Problematisch ist hier zumeist nur, dass sich schon viele weitere Konkurrenten im Kampf um die raren Plätze in der Rangordnung eingereiht haben. Von Vorteil kann also nur sein, das richtige Durchsetzungsvermögen an den Tag zu legen – oder eben flexibel zu sein. Zuweilen ist dies in Anbetracht der stetig steigenden Promillegrenze dann doch auch ein leichteres Unterfangen. Nicht selten kommt es nämlich vor, dass der ohnehin gern als leicht homogen verschriene Kölner seine Bützchen besonders gleichgeschlechtlicht verteilt. Tja, wäre das Geweih des Kölners doch nur so einfach zu erkennen wie das des Hirschs.

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