Kernige Stars – Das ABC unseres Getreides
Ob als Brot, Spaghetti, Lasagne oder als Getreidepfanne, in Müsli, Kuchen oder Gebäck – Vollkornprodukte bieten unverwechselbare Geschmackserlebnisse. Das volle Getreidekorn bzw. seine Produkte schmecken aber nicht nur gut, sondern sie enthalten fast alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Lediglich Vitamin C und B12 fehlen und der Calciumgehalt ist recht gering. Die wertgebenden Inhaltsstoffe sind aber nicht gleichmäßig im Korn verteilt, sondern befinden sich größtenteils in den Randschichten und im Keim. Letzterer hat viel zu bieten, denn er besitzt neben einem hohen Fettgehalt mit wertvollen Fettsäuren auch reichlich Mineralstoffe und Vitamine. Besonders für die Vitamine B1 und B2 sowie E ist der Keim eine wertvolle Quelle.
Vollkornmehl ist aber nur vollwertig. Leider wird heutzutage hauptsächlich das weiße Auszugsmehl zu Brot, Nudeln, Kuchen und Gebäck verarbeitet. Früher konnten sich nur die reichen Leute solches Mehl leisten, weil die Herstellung teuer war und es deshalb als wertvoll galt. Doch heute ist bekannt, dass Vollkorn deutlich mehr zu bieten hat. Denn bei der Herstellung des hellen Mehls werden die ballaststoffreichen Randschichten teilweise oder vollständig abgetrennt und der Keim des Korns entfernt. Je nachdem, wie viel abgetrennt wird, entsteht Mehl unterschiedlichen Ausmahlungsgrades bzw. unterschiedlichen Mehltyps. Je höher der Ausmahlungsgrad ist, desto mehr bleibt vom Keim und den Randschichten enthalten und desto mehr Mehl wird aus dem Getreide gewonnen.
Vollkornprodukte sind neben Hülsenfrüchten, Nüssen, Gemüse und Obst die wichtigsten Lieferanten für Ballaststoffe. Lange gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Ballaststoffe unverändert wieder ausgeschieden würden. Doch die Bakterien, die in jedem Dickdarm natürlicherweise vorhanden sind, können einzelne Ballaststoffe teilweise abbauen. Dabei entsteht ein günstiges Milieu im Dickdarm, wodurch das Wachstum von unliebsamen Fäulnisbakterien unterdrückt wird. Ballaststoffe können außerdem unerwünschte Substanzen binden und deren Kontakt mit der Darmwand verhindern. Das Resultat – Das Risiko für Darmerkrankungen wie Dickdarmkrebs sinkt.
Leider denken viele beim Stichwort Getreide nur an Weizen, Reis oder Roggen. Doch auch Hafer, Gerste, Dinkel, Mais, Hirse und Grünkern sorgen für Abwechslung auf dem vollkornigen Speiseplan. Buchweizen ist eigentlich kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs, wird aber wie die übrigen Getreidearten verwendet. Die einzelnen Arten unterscheiden sich nicht nur durch ihre Zusammensetzung, sondern auch durch ihren typischen Geschmack. Jeder wird nach seinen persönlichen Vorlieben sein Lieblingsgetreide finden. Lecker und nährstoffreich sind auch die Keimlinge, die aus den Getreidekörnern gezogen werden können. Sie runden z.B. einen Obstsalat oder ein Müsli aus Vollkornflocken sehr gut ab.
Ein großer Vorteil von Getreide ist, dass es lange gelagert werden kann und daher jederzeit verfügbar ist. Eine eigen Haushaltsmühle und ein Vorrat an ganzen Körnern erspart viel Zeit beim Einkaufen. Das wissen insbesondere Diejenigen zu schätzen, die in Familie oder Beruf sehr eingespannt sind. Getreide wird aber auch in Naturkost- und Reformwarenläden frisch gemahlen angeboten. Kühl und dunkel gelagert lässt sich Vollkornmehl ohne große Nährstoffverluste etwa fünf Wochen aufbewahren.
Somit ist das Korn ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen und gesunden Ernährung und sollte, in seiner naturbelassenen Form, in keinem Haushalt fehlen.
Soviel die fachliche Theorie. Oft läßt sich Wissen schnell aneignen, doch denken Sie immer daran, dass jeder Mensch individuell ist. Ein Personal Trainer oder Ernährungsberater kann da eine große Hilfe sein.
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